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Warum ich NUUR gekauft habe, statt meine NUCL-Position weiter aufzustocken

Nach rund 60 % Kursgewinn bei NUCL bleibt meine Überzeugung für Kernenergie bestehen. Statt jedoch dieselbe Position weiter auszubauen, habe ich mich mit NUUR innerhalb des Sektors breiter aufgestellt.

NUiShares Nuclear Energy and Uranium MiningNUUR · ETF
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12-36 Monate

Ein Investment nicht weiter aufzustocken, bedeutet nicht automatisch, dass man seine Überzeugung verloren hat.

Genau das ist bei meiner NUCL-Position der Fall.

Der VanEck Uranium and Nuclear Technologies UCITS ETF liegt in meinem Portfolio inzwischen rund 60 % im Plus. Das ist erfreulich, verändert aber gleichzeitig die Ausgangslage für neues Kapital. Anstatt einen bereits stark gelaufenen ETF einfach weiterzukaufen, habe ich mich deshalb entschieden, mit dem iShares Nuclear Energy and Uranium Mining UCITS ETF – kurz NUUR – eine zweite Position innerhalb desselben Megatrends aufzubauen.

Meine Kernenergie-These bleibt damit unverändert. Was sich verändert hat, ist die Art, wie ich sie im Portfolio abbilden möchte.

Gleicher Megatrend, andere Gewichtung

Auf den ersten Blick wirken NUCL und NUUR sehr ähnlich. Beide investieren in Unternehmen rund um Kernenergie, Uran und die dazugehörige Infrastruktur.

Unter der Oberfläche gibt es jedoch deutliche Unterschiede.

NUCL ist vergleichsweise stark auf Uranproduzenten, Entwickler, Nukleartechnologie und Unternehmen aus der entsprechenden Infrastruktur konzentriert. Zu den wichtigen Positionen gehören beziehungsweise gehörten Unternehmen wie Cameco, NexGen Energy, Uranium Energy oder Oklo.

NUUR setzt etwas anders an.

Der ETF hält derzeit rund 40 Unternehmen und gewichtet Versorger deutlich stärker. Knapp die Hälfte des Portfolios entfällt auf Utilities, während Industrieunternehmen einen weiteren grossen Anteil stellen. Der reine Energiesektor beziehungsweise Uranproduzenten spielen im Vergleich zu NUCL eine kleinere Rolle.

Genau dieser Unterschied war für mich entscheidend.

Mit NUCL bin ich bereits relativ stark in Unternehmen engagiert, die unmittelbar von steigenden Uranpreisen, neuen Minenprojekten, Reaktorbau und Nukleartechnologie profitieren können.

NUUR ergänzt diese Position um einen anderen Teil der Wertschöpfungskette: Stromversorger, Betreiber von Kernkraftwerken sowie Unternehmen, die für Bau, Betrieb und Ausrüstung der Anlagen benötigt werden.

Ich reduziere damit nicht meine Exponierung gegenüber dem Kernenergie-Thema. Ich verbreitere sie.

Warum Kernenergie für mich weiterhin interessant bleibt

Der langfristige Hintergrund hat sich aus meiner Sicht nicht verschlechtert.

Der weltweite Strombedarf steigt weiter. Industrie, Elektromobilität, Klimatisierung und insbesondere der Ausbau von Rechenzentren sorgen dafür, dass in den kommenden Jahren deutlich mehr elektrische Energie benötigt werden dürfte.

Gerade der KI-Boom macht diese Entwicklung besonders interessant.

Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Strom – und zwar nicht nur gelegentlich, sondern rund um die Uhr. Kernkraftwerke können grosse Mengen kontinuierlicher Grundlast bereitstellen. Kernenergie muss dabei erneuerbare Energien nicht ersetzen. Viel wahrscheinlicher ist, dass zukünftige Stromsysteme auf verschiedene Energiequellen gleichzeitig angewiesen sein werden.

Dazu kommt die Uranseite.

Die World Nuclear Association geht davon aus, dass der weltweite Uranbedarf der bestehenden Reaktoren bereits heute bei knapp 70'000 Tonnen jährlich liegt. In einem Referenzszenario könnte der Bedarf bis 2040 auf mehr als 150'000 Tonnen pro Jahr steigen.

Das wäre mehr als eine Verdoppelung.

Entscheidend ist dabei nicht nur, ob genügend Uran im Boden vorhanden ist. Neue Minen, Konversionsanlagen, Anreicherungskapazitäten und weitere Teile des nuklearen Brennstoffkreislaufs lassen sich nicht kurzfristig hochfahren. Projekte benötigen Kapital, Genehmigungen, Infrastruktur und oftmals viele Jahre Entwicklungszeit.

Genau diese Kombination aus steigendem Strombedarf, wachsendem politischem Interesse an Kernenergie und einer vergleichsweise trägen Angebotsseite macht den Sektor für mich langfristig interessant.

Warum nicht einfach mehr NUCL?

Weil Diversifikation auch innerhalb eines überzeugenden Investmentthemas sinnvoll sein kann.

NUCL hat sich für mich hervorragend entwickelt. Gleichzeitig führt genau dieser Erfolg dazu, dass die Position im Portfolio grösser geworden ist.

Jeder weitere Kauf würde meine Abhängigkeit von denselben Unternehmen weiter erhöhen.

Hinzu kommt, dass NUCL innerhalb des ETFs relativ konzentriert ist. Die grössten Positionen machen einen erheblichen Teil des Gesamtportfolios aus. Damit können einzelne Uranproduzenten oder Nuklearunternehmen die Entwicklung des ETFs stark beeinflussen.

NUUR verteilt sein Kapital anders.

Im Portfolio finden sich beispielsweise Stromversorger und Kernkraftwerksbetreiber wie Constellation Energy, Duke Energy, Dominion Energy oder Kansai Electric Power neben Unternehmen wie Cameco und verschiedenen Industrie- und Nuklearausrüstern.

Genau diese Mischung war für mich attraktiv.

Ich wollte keine völlig neue Investmentidee suchen, sondern denselben langfristigen Trend aus einer zusätzlichen Perspektive abdecken.

NUCL und NUUR erfüllen für mich unterschiedliche Aufgaben

Ich sehe die beiden ETFs deshalb nicht als Konkurrenten, sondern als Ergänzung.

NUCL ist für mich die offensivere Kernenergie- und Uranposition.

Der ETF besitzt einen stärkeren Fokus auf Uranproduzenten, Entwickler, Nukleartechnologie und Unternehmen, deren Bewertung stark auf steigende Uranpreise und den Ausbau der Kernenergie reagieren kann.

NUUR ist für mich die breiter abgestützte Kernenergieposition.

Durch die deutlich höhere Gewichtung von Versorgern bin ich zusätzlich an Unternehmen beteiligt, die bereits heute Strom produzieren und verkaufen. Gleichzeitig bleibt genügend Exponierung gegenüber Uran, Nukleartechnik und Infrastruktur erhalten.

Das bedeutet nicht, dass NUUR automatisch risikoarm ist.

Auch dieser ETF bleibt ein Themeninvestment. Politische Entscheidungen, Regulierung, Uranpreise, Baukosten, Zinsen oder veränderte Marktstimmung können erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung haben.

Der entscheidende Unterschied ist für mich deshalb nicht unbedingt ein geringeres Gesamtrisiko, sondern eine andere Verteilung dieses Risikos.

Und was ist mit dem Kursziel?

Bei NUUR wäre ich mit einem konkreten Kursziel vorsichtig.

Der ETF wurde erst im Juni 2025 aufgelegt und besitzt deshalb noch keine lange Handelshistorie. Auch klassische Analystenkursziele, wie man sie von Einzelaktien kennt, sind bei einem solchen ETF wenig aussagekräftig.

Zuletzt bewegte sich NUUR grob im Bereich von 6 US-Dollar, während das bisherige 52-Wochen-Hoch knapp unter 7 US-Dollar lag.

Diese Marke kann kurzfristig durchaus als technische Referenz dienen. Für meine Entscheidung ist sie allerdings nicht ausschlaggebend.

Viel wichtiger ist die Frage, wie sich der gesamte Kernenergiesektor in den kommenden fünf bis zehn Jahren entwickelt.

Wenn der weltweite Strombedarf weiter steigt, bestehende Reaktoren länger betrieben werden, neue Kernkraftwerke gebaut werden, Small Modular Reactors Fortschritte machen und gleichzeitig der Uranbedarf zunimmt, dürfte es entlang der gesamten Wertschöpfungskette verschiedene Gewinner geben.

NUCL bildet einen besonders dynamischen Teil dieser Entwicklung ab.

NUUR ergänzt diese Position um einen breiteren Teil des Kernenergie-Ökosystems.

Nach rund 60 % Kursgewinn bei NUCL erschien mir deshalb eine Diversifikation innerhalb des Sektors sinnvoller, als einfach noch mehr vom bisherigen Gewinner zu kaufen.

Fazit: Meine langfristige Einschätzung für Kernenergie bleibt positiv. Ich möchte diese Überzeugung jedoch nicht immer stärker auf dieselben Unternehmen konzentrieren. Mit NUUR ergänze ich meine bestehende NUCL-Position um Versorger, Betreiber und weitere Teile der nuklearen Wertschöpfungskette.

Dieser Artikel beschreibt eine persönliche Portfolioentscheidung und dient ausschliesslich Informationszwecken. Er stellt keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Position disclosure: No position
Investment risk: Dieser Beitrag dient ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlage-, Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung, keine individuelle Empfehlung sowie weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Finanzinstrumenten, Kryptowerten oder sonstigen Anlagen dar. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, Marktdaten und Quellen wird keine Gewähr übernommen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Jede Investition erfolgt eigenverantwortlich und auf eigenes Risiko; Verluste bis hin zum Totalverlust sind möglich. Eine Haftung für Anlageentscheidungen oder daraus entstehende Schäden und Verluste wird, soweit gesetzlich zulässig, ausgeschlossen.

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